Atkūrimas / through the eyes of…

Atkūrimas seen through the eyes of Saskia Walker, member of the preselection team of Berlinale Shorts:

Dense green scrub, steel pylons, a power line. A group of men who look like they are working rather than on holiday. The car doesn’t make it up the hill and there is a casually uttered yet weighty response to a young woman’s question: Should I get out, too? The response: No, you hardly weigh a thing. How much the young woman weighs becomes an incidental running subplot in this short fiction film whose main plot is the re-enactment of a crime. But neither the criminal case itself nor the cooperation between older male detectives and a younger, female officer – all plain-clothed – are the primary focus of attention. All the narratives in this minimalist film re-enact human togetherness. On the surface, between a young perpetrator and his murder victim, played by a gender-neutral dummy, a doll; in the subtext, perhaps some kind of test – or at least a test situation for an individual against a more experienced and totally superior-feeling group of others. It is all conveyed by the camera alone: the young officer taking notes feels sick, the audience too, but this razor-sharp study keeps us on tenterhooks.

The Cure / Boys Don’t Cry

https://www.youtube.com/watchv=9GkVhgIeGJQ&list=OLAK5uy_lngrAz8Mr5kMX8TfqkRDvn60ypRcpZbjc

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Saskia Walker is a filmmaker, curator, translator and co-editor of the REVOLVER film magazin.

DUMMY_still_1

Atkūrimas durch die Augen von Saskia Walker, Mitglied der Auswahlkommission der Berlinale Shorts:

Dichtes grünes Gestrüpp, Stahlmasten, eine Stromleitung. Eine Gruppe Männer, die nicht nach Feriengästen, eher nach Arbeit aussehen. Das Auto kommt die Böschung nicht herauf, ein erster dahergesprochener, doch gewichtiger Satz fällt auf die Frage einer jungen Frau: Soll ich auch aussteigen? Er lautet: Nein, du wiegst fast nichts. Wieviel die junge Frau wiegt ist das nebenbei laufende Thema dieses kurzen Spielfilms, sein Hauptthema ist die Nachstellung eines Kriminalfalls. Weder der Kriminalfall selbst, noch die Zusammenarbeit zwischen älteren Kriminalbeamten und einer jungen Beamtin, alle in Zivil, sind vordergründig thematisiert. Alle Erzählungen des minimalistischen Films stellen menschliches Zusammensein nach. Auf der ersten Ebene zwischen einem jungen Täter und seinem Mordopfer, dargestellt durch einen geschlechtsneutralen Dummy, eine Puppe, im zweiten Fall vielleicht eine Art Prüfung, zumindest eine Testsituation für einen Menschen gegenüber einer erfahreneren und sich restlos überlegen fühlenden Gruppe anderer. Es vermittelt allein die Kamera: dem dokumentierenden jungen Beamten wird schlecht, dem Zuschauer auch, doch diese messerscharfe Studie hält ihn an der Kehle.

The Cure / Boys don’t cry

 

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Saskia Walker ist Filmemacherin, Kuratorin, Übersetzerin und Mitherausgeberin von Revolver Zeitschrift für Film

 

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