THE SILENT PASSENGER // SHORTS I.

The Silent Passenger
by Hirofumi Nakamoto
(Japan 2012, 15 minutes)

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director Hirofumi Nakamoto
director Hirofumi Nakamoto with Maike Mia Höhne

First we don’t know what the young man in the car does when he stops at the end of a wood. Later we know: he is collecting small animals, butterflies. It is not only animals that interest him. In his room, we witness how tiny crabs and hermit crabs in their shells are invading the apartment. Hidden under the blanket they come out one by one. Not like a threat more like the cute colony we saw in the animated feature “A Bug’s Life” (1998), but these animals are real, they don’t talk, they make noise scratching over the floor, the wooden furniture, the glass table and the lampshade. They are curious, they are without limits, and they take over the room while the owner drives by car to find new friends: butterflies buzzing at the windscreen and frogs. At the end we see director Hirofumi Nakamoto (26) with his camera placed before a shelf filming the crabs making us feel like students of biology, especially when one of the crabs is crawling over the lens allowing us to see each palp, the hairy legs, the mouth, the telescopic eyes and all the other details we aren’t usually able to observe.

by Andrea Dittgen

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THE SILENT PASSENGER - SHORTS I.
THE SILENT PASSENGER – SHORTS I.

Wo bin ich? Was ist das hier?, sind die möglichen Fragen, die sich die Krabben, Frösche, kleinen Echsen und andere wunderbare und fragile Wasserwesen stellen, als sie sich plötzlich in einem leeren, aseptischen Hotelzimmer wiederfinden und vom liebevollen, aber gnadenlosen Kamera-Auge des Regisseurs betrachtet werden.Hirofumi Nakamoto führt uns am Anfang des Films mit dem Auto auf die japanische Insel Okinawa. Dort stellt er die Kamera am Strand auf und nimmt sich selbst beim Suchen nach den kostbaren Wesen unter Bäumen und anderen Gewächsen auf. Das nächste Bild wird von einer weißen, schrumpeligen Decke auf einem Bett ausgefüllt. Es führt uns in einen von Menschen gestalteten Innenraum, der im Gegensatz zu der Natur der Inseln steht. Nach einigen sanften Bewegungen des Stoffes, strömen kleine Krabben in unordentlicher Choreographie unter der Decke hervor und zeichnen Bewegungsvektoren verschiedenster Richtung auf der unbefleckten Bettwäsche nach. Die Zuschauer müssen eine blitzschnelle Entscheidung zwischen Ekel und bedingungsloser Liebe für die Mollusken treffen. Unabhängig vom Ergebnis, das Publikum wird unmittelbar mit der Tatsache der Verortung und Ratlosigkeit der Tiere konfrontiert, als sie im Nicht-Ort „Hotelzimmer“ herumlaufen.

Andere Krabbenarten treten auf und erforschen weiter das kühle Hotelzimmer. Die Kamera begleitet sie auf Augenhöhe und wird dabei selbst zum Forschungsobjekt der neugierigen Tiere. Teppiche, Steckdosen, Kabel, Aschenbecher, Fernsehmonitore werden zur temporären

Bühne eines Überlebenstanzes, zum Schauplatz einer fragilen Schönheit der Natur.

In Folge fährt Nakamoto mit seinem Auto immer wieder auf die Insel, bringt immer neue unerwartete Tierarten ins Hotelzimmer und führt dabei weiter seine ästhetische Operation einer Entkontextualisierung durch. Die minimale Dramaturgie und einfache Struktur erreichen einen Höhepunkt als die Kamera und dabei der Regisseur selbst in einem Spiegel beim Beobachten der Tiere sichtbar werden und sich als fremde Akteure der eigene Handlung entpuppen. The Silent Passenger schafft auf eine ganz zarte, intelligente und visuell gelungene Art, die klassische Dichotomie Mensch-Natur zu untersuchen und in Frage zu stellen.

Von Maria Morata

– Member of the selection committee –

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director Hirofumi Nakamoto with Maike Mia Höhne
director Hirofumi Nakamoto with Maike Mia Höhne

Was haben eine Autofahrt, hunderte Krabben und andere Tiere wie Kröten, Schmetterlinge und Eidechsen gemeinsam?

Sie spielen alle eine wichtige Rolle in einem der interessantesten Kurzfilme dieses Jahres, welcher bei der 63. Berlinale gezeigt wird.

„The Silent Passenger“ ist ein Meisterwerk des japanischen Regisseurs Hirofumi Nakamoto und ist einer der bewegensten Kurzfilme auf der 63. Berlinale in Berlin.

Er versteht sein Werk ohne  Zweifel, denn er weiß wie man mit nur wenigen Mitteln eine Botschaft übermittelt und das können nicht viele Regisseure. Handlung gibt es im Grunde keine, jedenfalls keine Handlung mit Menschen. Jedoch hat dieser Film für mich persönlich eine ganz starke Aussage – Gefangenschaft und es gibt kein Entrinnen!

Der Film gibt dem Zuschauer ein Gefühl das ich nicht zu beschreiben vermag. Wenn man in Nakamoto`s Gehirn schauen könnte, würde man eine Reise machen voll verrückter und unbeschreiblicher Dinge. Das soll aber nicht heißen, dass er verrückt ist. Aber wer ist heutzutage schon nicht verrückt?

„The Silent Passenger“ von Hirofumi Nakamoto ist ein sehr bewegender und interessanter Film. Schauen sie sich diesen Film an! Auch wenn er noch keinen großen Namen hat wir Scorsese, Spielberg …

von Scott, 14 Jahre

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