“Zonder Meer” / through the eyes of…

“Zonder Meer” seen through the eyes of Mathilde Rahnenführer, member of the team of Berlinale Shorts.

When I watched “Zonder Meer”, one thing struck me above all else: the composition of the images with which the film is told. What a pleasure to look at the beautiful shots of the campsite, the lake and little Lucie, the film’s protagonist. And what an enthralling interplay between this aesthetic imagery and the underlying difficult topic that we are gradually being told.

Lucie and her family are on holiday in their mobile home on a campsite when a young boy disappears. He has presumably drowned in the nearby lake. We only ever find out as much as little Lucie knows. The camera captures her silence, her non-verbal communication, her gaze. We sense that she is feeling the gravity of the situation. Maybe she’s also trying to figure out what has happened. On her pedal-less bike and in the forest by the lake with her brother or in front of the First Aid tent – Lucie is silent and observes.

In two scenes, Lucie rolls along the gravel path of the campsite on her bike. The first time we can hear conversations about the missing boy, the second time the campsite is already emptying. Nobody wants to holiday in such a place. These two scenes feel like a chorus to me: they appear to give the film its main melody and frame the other scenes, the verses of the song, as it were. These verses show Lucie at the mobile home, Lucie showering with her mother, Lucie in bed with her siblings, Lucie at the lake. Lucy in the Sky with Diamonds.

The film ends with a shot of Lucie lying on the gravel path along which she previously rode her bike. Right in the middle of the path. She lies there with her eyes closed and doesn’t respond to her father’s calls to get up. She lies there as though she’s dead. Then her father lifts her up and the family leaves the campsite.

We linger a little longer, looking at the spot where Lucie was lying a moment ago, hearing the background noises of the campsite – children playing, the summer atmosphere – but the final image remains the gravel path from which Lucie has just disappeared.

Mathilde Rahnenführer supported Berlinale Shorts 2021 while training to become a salesperson for audio-visual media, an apprenticeship programme offered at the Berlinale.

Als ich Zonder Meer geguckt habe, ist mir vor allem eins aufgefallen: die Komposition der Bilder, in denen der Film erzählt wird. Was für ein Genuss, die schönen Einstellungen auf den Campingplatz, den See und die kleine Lucie, die die Protagonistin des Films ist, anzusehen. Und was für ein spannendes Zusammenspiel aus dieser ästhetischen Bildsprache und dem darunterliegenden schweren Thema, was wir nach und nach erzählt bekommen.

Lucie und ihre Familie machen in ihrem Wohnwagen auf einem Campingplatz Urlaub, als ein kleiner Junge verschwindet. Vermutlich ist er in dem See neben dem Campingplatz ertrunken. Wir erfahren immer nur so viel, wie die kleine Lucie auch weiß. Die Kamera fängt ihr Schweigen ein, ihre nonverbale Kommunikation, ihre Blicke. Man möchte meinen, sie fühlt die Schwere der Situation. Vielleicht versucht sie auch, sich einen Reim auf das Geschehene zu machen. Sowohl auf ihrem Laufrad als auch im Wald am See mit ihrem Bruder oder vorm Ambulanzzelt – Lucie schweigt und beobachtet.

In zwei Szenen rollt Lucie auf ihrem Laufrad über den Schotterweg des Platzes. Beim ersten Mal hört man Gespräche über den vermissten Jungen, beim zweiten Mal leert sich der Campingplatz bereits. Niemand möchte an einem solchen Ort noch weiter Urlaub machen. Diese zwei Szenen wirken auf mich wie ein Refrain. Als würden sie dem Film seine Hauptmelodie geben und die anderen Szenen, die Strophen des Liedes, einrahmen. Die Strophen zeigen Lucie am Campingwagen, Lucie beim Duschen mit ihrer Mutter, Lucie im Bett mit ihren Geschwistern, Lucie am See. Lucy in the Sky with Diamonds.

Der Film endet mit einer Einstellung auf Lucie, wie sie auf dem Schotterweg, über den sie sonst mit dem Laufrad gefahren ist, liegt. Mitten auf dem Weg. Sie liegt da, hat die Augen geschlossen und reagiert nicht auf die Rufe ihres Vaters, sie solle doch aufstehen. Sie liegt da als wäre sie tot. Dann wird sie von ihrem Vater hochgehoben und die Familie verlässt den Campingplatz.

Wir bleiben noch ein bisschen länger da, schauen auf die Stelle, auf der Lucie eben noch lag, hören die Campingplatz-Geräuschkulisse – spielende Kinder, Sommerstimmung – aber das letzte Bild bleibt der Schotterweg mit der verschwundenen Lucie.

Mathilde Rahnenführer hat Berlinale Shorts 2021 unterstützt, im Rahmen ihrer Ausbildung zur Kauffrau für audiovisuelle Medien, welche sie bei der Berlinale absolviert.

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